Der Manga-Seiten-Workflow auf einen Blick
Eine Manga-Seite entsteht in Schwarz-Weiß, Panel für Panel:
- Panel-Layout — die Seite und Leserichtung als Thumbnail anlegen.
- Grobe Skizze — Charaktere und Handlung in jedem Panel.
- Tuschen — sauberes, schwarzes Lineart.
- Satte Schwarzflächen — Haare, Kleidung und tiefe Schatten füllen.
- Screentones — graue Schattierung und Textur.
- Sprechblasen & SFX — Dialog und Soundeffekte.
- Export — druckfertige Schwarz-Weiß-Seiten.
Deine Leinwand einrichten
Eine B5-Seite (14,8 × 21 cm) bei 600 DPI in Graustufen ist ein gängiger Manga-Standard — die hohe Auflösung hält Screentones scharf und hilft, Moiré zu vermeiden. Füge eine Ebene für Panel-Rahmen hinzu und lass einen Sicherheitsabstand, damit nichts Wichtiges im Beschnittbereich liegt. Denk daran, dass traditionelles Manga von rechts nach links gelesen wird — plane deine Panel-Reihenfolge entsprechend.
1. Das Panel-Layout als Thumbnail anlegen
Skizziere vor dem Zeichnen die ganze Seite klein: wie viele Panels, ihre Formen und wie der Blick durch sie fließt. Variiere die Panel-Größe für das Timing — ein großes Panel verlangsamt einen Moment, eine Reihe kleiner beschleunigt ihn. Diese Phase entscheidet, ob die Seite klar lesbar ist.
2. In den Panels skizzieren
Lege auf einer Skizzen-Ebene mit leichtem Druck Charaktere, Posen und Handlung innerhalb jedes Panels an. Halte es locker; du löst die Komposition, nicht die fertige Kunst. Setze Rahmen, Skizze und (später) Tusche auf getrennte Ebenen, damit jede bearbeitbar bleibt.
3. Sauberes Lineart tuschen
Senke die Deckkraft der Skizze und tusche die finalen Linien auf einer neuen Ebene. Manga-Lineart nutzt variable Linienstärke — kräftigere Konturen, leichtere innere Details — plus Speedlines und Bewegungseffekte für Action. Ein präziser Tuscher ist unverzichtbar; durchstöbere die Kategorie Inking-Pinsel und erhöhe Streamline für weiche Kurven.
4. Die satten Schwarzflächen füllen
Entscheide vor den Tönen, was reines Schwarz ist: Haarmassen, dunkle Kleidung, tiefe Schatten. Satte Schwarzflächen geben einer Seite ihren Punch und strukturieren die Werte. Fülle sie auf ihrer eigenen Ebene mit einem harten Pinsel, damit sich Screentones später dagegen abheben.
5. Screentones für Grau hinzufügen
Screentones verwandeln flache Bereiche in die gepunkteten Grautöne, die Manga definieren. Trage jeden Ton auf seiner eigenen Ebene über deinem Graustufenplan auf, dichter für dunklere Bereiche. Wir behandeln das im Detail in Screentones in Procreate hinzufügen — Ton-Pinsel liegen in der Kategorie Textur-Pinsel.
6. Sprechblasen und SFX hinzufügen
Zeichne saubere Blasen und füge dann mit Procreates Textwerkzeug Dialog hinzu, gut lesbar und zentriert. Handgezeichnete Soundeffekte (SFX) geben Manga Energie — ein fetter Lettering-Pinsel verkauft Wucht und Bewegung. Die Kategorie Lettering-Pinsel eignet sich gut für SFX und Titel.
7. Druckfertige Seiten exportieren
Halte die Datei für den Druck in Graustufen bei 600 DPI und exportiere als PNG oder PDF. Prüfe deine Töne bei 100 %, damit sie nicht zu dunkel sind, und kontrolliere, dass nichts Wichtiges im Beschnittrand liegt. Für Webtoon- oder Farb-Veröffentlichungen würdest du anders schattieren — siehe unsere Anleitung zum Anime-Cel-Shading.
Pinsel und nächste Schritte
Du kannst eine ganze Seite mit kostenlosen Pinseln tuschen und tonisieren — hol dir ein Set auf der Seite Anime- & Manga-Pinsel oder durchstöbere alle kostenlosen Brushsets. Neu bei Anime und Manga? Starte mit unserer Anleitung zum Zeichnen von Anime in Procreate.